Stellungnahme zum Ordnereinsatz am 31.3.2012

Dienstag, 3. April 2012


Stellungnahme der "Allianz Wiesbaden", "Supremus Dilectio" und "Chaos United" zu den Vorfällen am 31.3.2012



An diesem Samstag kam es im Stadion des SV Wehen Wiesbaden im Heimblock N6 zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen den Fans und dem anwesenden Ordnerteam. Was für viele so aussah, als würden die jungen "Vollpfosten" aus der Kurve die Ordner provozieren oder hätten irgendwas zu verbergen ist ein absolut falsches Bild, welches da nach Außen getragen wurde. Die Provokation ging für alle im Block Anwesenden ersichtlich von den Ordner aus und eskalierte letztendlich.
Wir als aktive Kurvengänger möchten die Vorfälle von hinten aufrollen, damit auch "Nicht-Fußballgänger" Einblicke in die Vorgänge bekommen, die letztendlich zum Eskalieren der Lage am gestrigen Samstag, 31.03.2012 führten.

Alles begann mit dem Einsatz von pyrotechnischem Material beim Auswärtsspiel in Darmstadt am 4.Februar 2012. Dieser war für viele nicht in Ordnung und sollte Konsequenzen nach sich ziehen, welche sich aber generell im Rahmen hielten und für uns akzeptabel waren. Es gab 2 Festnahmen durch die Ordnungskräfte und es wurden als Konsequenz 3 Stadionverbote ausgesprochen. Damit war die Sache für uns erstmal vom Tisch.
Bei einem der nächsten Heimspiele gegen SV Sandhausen sollten Spruchbänder hochgehalten werden, um unsere Meinung zum Vorstand kund zu tun.
Dieser bleibt nach unserer und der Ansicht vieler weiterer Anhänger dieses Vereins seinen Erfolgsnachweis schuldig. Beleg hierfür ist für alle klar ersichtlich unser aktueller Tabellenplatz, welcher für Herrn Gräf kaum positive Interpretationsspielräume offen lässt. Auf den Spruchbändern stand lediglich die Aussage "Gräf raus!" geschrieben. Also einzig und allein unsere Meinung und keinerlei beleidigende oder rassistische Äußerungen, wie man hätte vermuten können. Auch die beiden weiteren Spruchbänder, welche sich gegen die Politik der Stadionverbote aussprachen sowie Solidarität mit einem Betroffenen bekundeten, erfüllen die oben genannten Tatbestände nicht. Die Spruchbänder wurden ohne Einwände seitens des Sicherheitsdienstes in den Heimblock gebracht und abgelegt. Schließlich tauchte die Fanbeauftragte des Vereins, Maren Schneider auf und ließ die Spruchbänder durch den Sicherheitsdienst beschlagnahmen, ohne dass überhaupt für sie ersichtlich war, was darauf stand, eine Beschau fand nicht statt. Die Begründung ihrerseits lautete wiefolgt: "Die Spruchbänder verstoßen gegen die Brandschutzverordnung und waren nicht angemeldet". Grundsätzlich sind diese Einwände zu akzeptieren. Bedenkt man jedoch, dass bis dato bei diversen zuvor durchgeführten Spruchband-Aktionen nie ein solcher Einwand kam, bekommt das ganze einen faden Beigeschmack. Es kommt der Verdacht auf, dass befürchtete unliebsame Meinungsäußerungen nicht genehm sind. Weiterhin muss man wissen, dass die, man muss es leider so ausdrücken, sogenannte Fanbeauftragte eine stark ausgeprägte Abneigung gegen 2-3 Fangruppierungen zum Ausdruck bringt, welche sich immer häufiger in solchen unbegründeten und nicht nachvollziehbaren Aktionen niederschlägt. Doch dazu später mehr.
Beim Spiel gegen Saarbrücken wollten wir die geltende "Brandschutzverordnung" einhalten, uns unsere Meinungsfreiheit gleichzeitig jedoch nicht verbieten lassen. Es wurden T-Shirts mit je einem Buchstaben angefertigt, welche ihren Weg ins Stadion fanden.
Bereits am Einlass kam es zu einer erneuten durch Frau Schneider angeordneten Schikane. Eine langjährig im Einsatz befindliche Schwenkfahne mit der Aufschrift "Gegen Stadionverbote" sollte plötzlich nicht mehr erlaubt sein, weil kein Foto von dieser Fahne beim Verein vorlag. Zur Erläuterung: Beim Verein liegt kein einziges Bild von einer einzigen auf der Nordtribüne geschwenkten Fahne vor, weil noch nie solche Bilder vom Verein gefordert wurden. Als man diese Änderung in der Vorgehensweise sachlich diskutieren wollte, wurde man mit den Worten "Ich diskutier' jetzt nicht mit euch" stehen gelassen. Ein souveräner Auftritt sieht anders aus. Leidtragende des ganzen waren die Ordner, auf deren Rücken diese Schikane ausgetragen wurde. Diese waren über das neue Prozedere ebenso verwundert wie die regelmäßigen Stadiongänger und Szeneanhänger.
Eine weiteres Kapitel im Kleinkrieg mit der sog. Fanbeauftragten Maren Schneider war also aufgeschalgen. Die Shirts wurden am Zaun aufgehängt und verfehlten ihre Wirkung nicht. Ein dank geht hierbei an die Vertreter der Presse. Ehrlich gesagt waren wir als Szene erstaunt über die offene Berichterstattung über den Vorgang. Der Gipfel an diesem Samstag sollte jedoch die Aussage der Fanbeauftragten nach Spielende sein: "Ihr werdet schon sehen, was ihr davon habt!". Ein Schelm, wer dabei böses denkt...

Nun kommen wir zum eigentlichen Punkt dieser Stellungnahme, nämlich zu diesem Samstag, 31.03.2012. Bereits am Einlass im Block war eine massive Polizei- und Ordnerpräsenz zu vernehmen und im leerstehenden Block N5 sammelten sich circa 20 Ordner. Als Begründung für diese Präsenz wurde angegeben, dass Hinweise vorlägen, dass an diesem Tag pyrotechnische Gegenstände gezündet werden sollten. Eine an den Haaren herbei gezogene Begründung, wenn man bedenkt, dass dieses Spiel gegen den 1.FC Heidenheim von jeher eher von entspannter Atmosphäre und lockeren Kontakten der beiden Fangruppierungen geprägt war. Anders würde dies gegen Offenbach oder Darmstadt aussehen. Kurz vor Anpfiff sammelten sich die 20 Ordner in N6 vor den Fans und forderten die Herausgabe einer Zaunfahne. Begründung für die Herausgabe sollte wieder die ominöse "Brandschutzverordnung" sein. Scheinbar die Allzweckwaffe bei Argumenten. Diese Zaunfahne hängt bereits seit über 3 Jahren im Block, ist auf Bildern stets gut zu erkennen und gehört zum Kurvenbild dazu.
Um die Sinnlosigkeit dieser Begründung zu verdeutlichen: auf Seiten der Heidenheimer hingen ohne Eingreifen der Ordner über die gesamte Spieldauer Zaunfahnen im Block. Komischer Zufall? Man weiß es nicht...
Als man sich aufgrund der sinnlosen Begründung weigerte, die Fahne herauszugeben, eskalierte die Situation. Man hätte auch die Fahne im vor dem Stadion befindlichen Container unterbringen können, diese Option wurde jedoch nicht von Ordnerseite angeboten. Die aufgestauten Aggressionen der Sicherheitskräfte entluden sich in Form von körperlicher Gewalt gegen die im Block befindlichen Fans. Sicherlich ist ein Teil der Szene kein Kind von Traurigkeit, das abzustreiten, wäre schlichtweg scheinheilig. Jedoch befindet sich in N6 seit jeher ein gemischtes Publikum, darunter viele Frauen und Kinder! Diese wurden unfreiwillig und völlig unnötig zum Opfer der Gewalt, welche schnell eine gewisse Eigendynamik entwickelte. Die Fahne, welche der Auslöser des ganzen war, wurde von den Ordnern zerrissen und sollte entsorgt werden. Fans gelang es schließlich mehr oder weniger, die Situation eigenhändig zu schlichten. Von der sog. Fanbeauftragten war hier, wer hätte es gedacht, nichts zu sehen. Unnötig zu erwähnen, was ihr Job gewesen wäre... Es kehrte kurzfristig Ruhe ein, die Ordner jedoch provozierten mit Beleidigungen und Drohungen weiter, so dass es zu einer erneuten körperlichen Auseinandersetzung kam.
Der Ordnungsdienst war nur auf Eskalation und Prügelei aus und genau dies haben sie erreicht. Bemerkenswert ist hierbei, dass 2 "Kategorien" Ordner anwesend waren, ein erstmaliger Vorgang im Stadion. Die körperliche Gewalt ging dabei hauptsächlich von den in Blau gekleideten Herren aus, man könnte diese auch die netten Schläger von nebenan nennen. Diese waren bei keinen früheren Spielen in der Nähe des Heimblocks. Wieder so ein Zufall, welcher uns allen gezeigt hat, dass diese Aktion offensichtlich geplant war und es kein normales Spiel für uns werden sollte...

Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, möchten wir an dieser Stelle anmerken, dass die Fanbeauftragte mit dem an Spieltagen im Stadion zuständigen Sicherheitsbeauftragten verheiratet ist. Wer weiterhin von Zufällen sprechen will, der lebt wohl in seiner Traumwelt.
Nach dem Spieltag fanden sich ca. 100 Fans vor der Geschäftstelle ein und forderten eine Stellungnahme der Vereinsoffiziellen. Diese gab es nicht, da zwar alle die Aktion gesehen hatten aber niemand wusste, wer denn eigentlich Verantwortlich war. Erstaunlich und erschreckend zugleich. Lediglich der Pressesprecher sprach zu den Fans und versuchte zu klären, viel heiße Luft richtet jedoch auch nicht viel mehr aus. 50 Dauerkarten wurden dem Verein symbolisch überreicht, um zu zeigen, dass wir nicht mehr ins Stadion gehen werden, wenn weiterhin diese sogenannte Fanbeauftragtefür die Belange der Fans zuständig ist und wir jederzeit mit der Wiederholung solcher Szenen rechnen müssen.

Fußball lebt von Emotionen, Kurven von der Kreativität!



Allianz Wiesbaden, Supremus Dilectio, Chaos United

SV Darmstadt - SVWW Spielbericht

Dienstag, 7. Februar 2012
Südhessen-Derby:

Wann: 04.02.2012, 14 Uhr
Wo: Böllenfalltor-Stadion Darmstadt
Wieviele: 4000 (circa 450 Gäste)

Am Samstag, 04.02.2012 sollte um 14 Uhr die Partie des SV Darmstadt 98 gegen unser Team vom SV Wehen Wiesbaden angepfiffen werden. Der frühe Vogel fängt bekanntlich den Wurm und somit wurde sich schon zeitig um halb 11 getroffen, um sich entsprechend einzustimmen und zu quatschen. Man hoffte auf ein besseres Ergebnis als das der vorangegangenen Partie gegen VFR Aalen (1:3 Niederlage). Nachdem sich dann auch die letzten Spätaufsteher im Bahnhof eingefunden hatten, wurde die für ein Auswärtsspiel sehr kurze Anreise in die Studentenstadt per Bahn angetreten. Über den Zwischenstop Hauptbahnhof gelangte man schließlich an die Lichtwiesen, stehts unter den wachsamen Augen der Staatsmacht. Vom Aufmarsch der Ordnungshüter her scheint Wehen Wiesbaden zu den landesweit bekannten Krawalltruppen zu gehören, woher auch immer diese Einschätzung herkommt. Aber das war ja schon zu Zweitliga-Zeiten nicht anders. Uns solls wurscht sein.
Im Stadion selbst wurde dann auch der letzte Nachzügler begrüßt und sich erstmal häuslich eingerichtet. Manch ein ehemaliger Spieler wurde gewohnt freundlich gegrüßt, Söldner mag halt wirklich keiner, vor allem wenn sie gegen den ehemaligen Verein nachtreten Herr Kopilas. Aber man sieht sich ja bekanntlich immer zwei Mal.
Der supportwillige Teil gruppierte sich und legte eine recht flotte Gesangsohle aufs Parkett, allerdings wurde es uns auch leicht gemacht, da Darmstadt aktuell ganz andere Sorgen hat als den Support des Gegners. Man könnte es auch interne Wartungsarbeiten nennen...
Bei gefrierschrankähnlichen Temperaturen wollte sich sowohl auf dem knallharten Rasen als auch auf den Rängen nicht so wirklich eine mitreißende Partie entwickeln. Vor dem Aufeinandertreffen war es auch verdächtig ruhig geblieben, die für solche Derbies üblichen Sticheleien blieben diesmal aus.
So musste ein Abwehrfehler in der 34.Minute das Spiel entscheiden, Wohlfahrt überwand den darmstädter Schlussmann mit einem Heber zum 1:0, nachdem sich dessen Vordermänner ordentlich verschätzt hatten.
Kurz darauf bekam dann der eigene Mann Ledgerwood für eine vermeintliche Tätlichkeit, nach der bis heute gesucht werden muss, die rote Karte. Weder TV-Bilder noch Augenzeugen auf diversen Tribünen konnten die Entscheidung nachvollziehen. Der Schiedsrichter war generell nicht der souveränste Vertreter seiner Zunft. Die Gäste bauten entsprechend um und beschlossen, den knappen Vorsprung zu verwalten, die Darmstädter wechselten Offensivkräfte ein, die zu unserem Glück jedoch erfolglos blieben. Mauern können wir dank unserm Italiener auf der Bank also.
In der 60ten Minute wurde es einem Teil des Gästeanhangs dann doch zu kalt, das entzündete Leuchtspektakel verfehlte seine Wirkung nicht und erhitzte die Gemüter. Sah meiner Meinung nach ansprechend aus, was da geboten wurde. Aber jeder soll sich sein eigenes Bild machen.
Nach dem Spiel wurden schnell die 7 Sachen gepackt und die ereignislose Heimreise angetreten, dank der staatlich bezahlten Reiseleitung recht zeitnah.
Ausser einer kurzen morgendlichen Stippvisite einer Autobesatzung (wo wir immernoch über den Sinn rätseln...) war von Darmstadt den Tag über nichts zu sehen. Wird aber wohl mit den internen Wartungsarbeiten zu tun haben.
Für uns gehts am nächsten Samstag (11.02) zuhause gegen die Arminia aus Bielefeld weiter, Anpfiff ist um 14 Uhr.

21.10.2011 SVWW - Offenbacher Kickers 3:1

Freitag, 21. Oktober 2011

Wenig Rauch um viele Kickers - Flutlichtspiele haben ihre eigenen Gesetze

Es war mal wieder Zeit für ein schönes Derby gegen die Kickers vom Bieberer Berg. Trotz der bitteren Kälte (gefühlte -40°C) sollte es ein packendes Flutlichtspiel vor fast 8000 Fans (ca. 2000 aus Offenbach)werden, über das noch lange geredet wurde. Doch immer der Reihe nach. Vor dem Spiel kam es beim Gästeanhang laut Buschfunk schon zu Festnahmen weil einige das Datum wohl mit dem diesjährigen Silvester verwechselt hatten und den ein oder anderen pyrotechnischen Gegenstand zündeten. Der Wiesbadener Hauptbahnhof wurde kurzzeitig von der Feuerwehr in Beschlag genommen, da die Feuermelder durch den Rauch Alarm geschlagen hatte. Allerdings kein Grund zur Sorge, unsere Gäste befanden sich in der Obhut der Staatsmacht.
Ales in allem eine fragwürdige Aktion der Offenbacher, und das sollte, soviel schonmal vorweg, nicht die einzige an diesem Tag bleiben. Doch das hatte man ja schon irgendwie erwartet, wenn wir die Fans aus Offenbach begrüßen dürfen.

Das Spiel begann recht stark doch beide Teams trauten sich nicht so wirklich den gegnerischen Strafraum zu stürmen. Im Gästeblock hatte wohl jemand seine pyromanische Veranlagung noch nicht gänzlich ausgelebt, sodass die kümmerlichen Reste der noch vorhandenen Pyrotechnik ein doch gänzlich beeindruckendes Bild eines Infernos abgaben, welches immer mal wieder in verschiedenen Ecken aufloderte. Hut ab an Offenbach, das hat man so noch nicht gesehen...
Dann jedoch zeigte Offenbach seine ganzes pyrotechnisches Können und bot uns ein farbenfrohes Licht- und Rauchspiel von 2 "Bengalos", manch einer würde es auch als Kinderfeuerwerk bezeichnen. Nach ungefähr 20 Minuten die ersten wirklichen Chancen und Spielvorteil auf Seiten der Kickers. Das muss man leider so neidlos anerkennen. Wehen immer häufiger mit 8-9 Mann in der eigenen Hälfte und auch aus der Gästekurve waren nun phasenweise laute Gesänge zu hören. Wehen nun auch mit vermehrten Abspielfehlern, welche sehr schnell in Konter der Randfrankfurter umgewandelt wurden. In der 24.Minute konnte Gurski einen Ball von Hesse abwehren. Wiesbaden zwar auch mit Abschlüssen, diese waren insgesamt jedoch zu harmlos. In der 43. Minute konnte Hesse dann verwandeln, nachdem Matthias Schwarz eine scharfe Hereingabe von der Seite brachte. Super ärgerlich so kurz vor der Pause so ne Scheisse zu fangen!
Nuja, Mund abwischen, Bierchen geholt und weiter gehts.
Die zweite Halbzeit begann wieder mit Vorteil auf Seiten der Kickers doch das Spiel kippte schließlich in der 55. Minute als Book von Bender von den Beinen gerissen wurde. Rot war vertretbar wobei Gelb auch nicht verkehrt gewesen wäre. Trotzdem schön für uns. Oft genug schon in dieser Spielzeit hatten unsere Jungs die Kröte der fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen schlucken müssen.
Wehen übernahm langsam die Oberhand und Offenbach fiel ständig weiter zurück und musste enorm hinten kämpfen. 10 Minuten nach der roten Karte erzielte Herzig dann durch eine flache Hereingabe von rechts das 1:1. Nur vier Minuten später erhöhte Bouhaddouz das 2:1.
Der offenbacher Anhang bewies im weiteren Spielverlauf seine zu großen Teilen offenbar noch entwicklungsfähige geistige Reife und verließ den Block, um sich draußen anscheinend wichtigeren Dingen zu widmen, als die eigenen Mannschaft zu unterstützen. Die meisten hatten sich dank regem Alkoholzuspruch wohl schon in andere Wahrnehmungsbereiche begeben und versuchten nun, ihren Ärger ein Ventil zu geben. Dies wurde schließlich heldenhaft in diversen Ketchup- und Senfspendern gefunden, welche dekorative Spuren an der Stadionfassade hinterließen. Fraglich zum einen, ob dieses auf gut deutsch assoziale Verhalten auch in den eigenen 4 Wänden (sowohl stadiontechnisch als auch privat) praktiziert wird, zum anderen ob sich diese neue Sportart des Spenderwerfens auch bei anderen Fans durchsetzen wird. Wir bleiben dran.
Mit dem 1:2 im Nacken wurden die Spieler des OFC etwas nervös und verhielten sich sportlich nicht mehr ganz sauber. Geprägt von Nicklichkeiten war bis dahin das Spiel weitere Minuten gelaufen, als der generell als unfair zu bezeichnenden Auftritt der Spieler und Offiziellen unseres Gegners in einer Tätlichkeit gegen einen Balljungen auf Höhe der Mittellinie gipfelte. Die völlig gerechtfertigte gelb-rote Karte für Lamprecht versetzte den Kickers, soweit noch Hoffnung zu keimen schien, den Todesstoß. Anzumerken ist hier, dass Herr Lamprecht hoffentlich in seiner Freizeit netter zu Kindern ist, ansonsten wäre hier eventuell professionelle Hilfe angeraten.
In der 90. Minute schaffte der Wiesbadener Salem noch nach einem wunderschönen Pass von Menga das 3:1. Als Reaktion auf diese Leistung von Menga schritten die Fans des OFC nach der Saucenspender-Aktion noch eine Stufe tiefer auf der Entwicklungsskala und äußerten ihren Unmut mit lauten Affenrufen und Affenschreien. In diesem Getöse ertönte dann auch der Schlusspfiff.

Abschließend bleibt zu sagen, dass auch bei objektiver Betrachtung, welche wir hier ganz offensichtlich als Fans des SV Wehen Wiesbaden nicht bieten können, man das Verhalten der Fans des OFC sowohl fanintern als auch von offizieller Seite hinterfragen muss. Mutwillige Zerstörung und Sachbeschädigung von Stadioneinrichtung sowie das Beleidigen und Bespucken von Menschen, die lediglich ihren Job an der Würstchenbude machen und für die sportliche Unfähigkeit der Gästemannschaft nichts können, sind in diesem Falle, so krass das klingen mag, das geringere Übel im Vergleich zu dem, was an rassistischen und fremdenfeindlichen Ausdrücken und Lauten von sich gegeben wurde. Hier sollte manch einer mal überlegen, was in der Erziehung falsch gelaufen ist und ob er oder sie sich im Alltag genauso verhalten würde.
Hierbei muss die Stellungsnahme der BOYS OFFENBACH positiv hervorgehoben werden, bei aller Abneigung, das war schonmal ein Anfang."