21.10.2011 SVWW - Offenbacher Kickers 3:1


Wenig Rauch um viele Kickers - Flutlichtspiele haben ihre eigenen Gesetze

Es war mal wieder Zeit für ein schönes Derby gegen die Kickers vom Bieberer Berg. Trotz der bitteren Kälte (gefühlte -40°C) sollte es ein packendes Flutlichtspiel vor fast 8000 Fans (ca. 2000 aus Offenbach)werden, über das noch lange geredet wurde. Doch immer der Reihe nach. Vor dem Spiel kam es beim Gästeanhang laut Buschfunk schon zu Festnahmen weil einige das Datum wohl mit dem diesjährigen Silvester verwechselt hatten und den ein oder anderen pyrotechnischen Gegenstand zündeten. Der Wiesbadener Hauptbahnhof wurde kurzzeitig von der Feuerwehr in Beschlag genommen, da die Feuermelder durch den Rauch Alarm geschlagen hatte. Allerdings kein Grund zur Sorge, unsere Gäste befanden sich in der Obhut der Staatsmacht.
Ales in allem eine fragwürdige Aktion der Offenbacher, und das sollte, soviel schonmal vorweg, nicht die einzige an diesem Tag bleiben. Doch das hatte man ja schon irgendwie erwartet, wenn wir die Fans aus Offenbach begrüßen dürfen.

Das Spiel begann recht stark doch beide Teams trauten sich nicht so wirklich den gegnerischen Strafraum zu stürmen. Im Gästeblock hatte wohl jemand seine pyromanische Veranlagung noch nicht gänzlich ausgelebt, sodass die kümmerlichen Reste der noch vorhandenen Pyrotechnik ein doch gänzlich beeindruckendes Bild eines Infernos abgaben, welches immer mal wieder in verschiedenen Ecken aufloderte. Hut ab an Offenbach, das hat man so noch nicht gesehen...
Dann jedoch zeigte Offenbach seine ganzes pyrotechnisches Können und bot uns ein farbenfrohes Licht- und Rauchspiel von 2 "Bengalos", manch einer würde es auch als Kinderfeuerwerk bezeichnen. Nach ungefähr 20 Minuten die ersten wirklichen Chancen und Spielvorteil auf Seiten der Kickers. Das muss man leider so neidlos anerkennen. Wehen immer häufiger mit 8-9 Mann in der eigenen Hälfte und auch aus der Gästekurve waren nun phasenweise laute Gesänge zu hören. Wehen nun auch mit vermehrten Abspielfehlern, welche sehr schnell in Konter der Randfrankfurter umgewandelt wurden. In der 24.Minute konnte Gurski einen Ball von Hesse abwehren. Wiesbaden zwar auch mit Abschlüssen, diese waren insgesamt jedoch zu harmlos. In der 43. Minute konnte Hesse dann verwandeln, nachdem Matthias Schwarz eine scharfe Hereingabe von der Seite brachte. Super ärgerlich so kurz vor der Pause so ne Scheisse zu fangen!
Nuja, Mund abwischen, Bierchen geholt und weiter gehts.
Die zweite Halbzeit begann wieder mit Vorteil auf Seiten der Kickers doch das Spiel kippte schließlich in der 55. Minute als Book von Bender von den Beinen gerissen wurde. Rot war vertretbar wobei Gelb auch nicht verkehrt gewesen wäre. Trotzdem schön für uns. Oft genug schon in dieser Spielzeit hatten unsere Jungs die Kröte der fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen schlucken müssen.
Wehen übernahm langsam die Oberhand und Offenbach fiel ständig weiter zurück und musste enorm hinten kämpfen. 10 Minuten nach der roten Karte erzielte Herzig dann durch eine flache Hereingabe von rechts das 1:1. Nur vier Minuten später erhöhte Bouhaddouz das 2:1.
Der offenbacher Anhang bewies im weiteren Spielverlauf seine zu großen Teilen offenbar noch entwicklungsfähige geistige Reife und verließ den Block, um sich draußen anscheinend wichtigeren Dingen zu widmen, als die eigenen Mannschaft zu unterstützen. Die meisten hatten sich dank regem Alkoholzuspruch wohl schon in andere Wahrnehmungsbereiche begeben und versuchten nun, ihren Ärger ein Ventil zu geben. Dies wurde schließlich heldenhaft in diversen Ketchup- und Senfspendern gefunden, welche dekorative Spuren an der Stadionfassade hinterließen. Fraglich zum einen, ob dieses auf gut deutsch assoziale Verhalten auch in den eigenen 4 Wänden (sowohl stadiontechnisch als auch privat) praktiziert wird, zum anderen ob sich diese neue Sportart des Spenderwerfens auch bei anderen Fans durchsetzen wird. Wir bleiben dran.
Mit dem 1:2 im Nacken wurden die Spieler des OFC etwas nervös und verhielten sich sportlich nicht mehr ganz sauber. Geprägt von Nicklichkeiten war bis dahin das Spiel weitere Minuten gelaufen, als der generell als unfair zu bezeichnenden Auftritt der Spieler und Offiziellen unseres Gegners in einer Tätlichkeit gegen einen Balljungen auf Höhe der Mittellinie gipfelte. Die völlig gerechtfertigte gelb-rote Karte für Lamprecht versetzte den Kickers, soweit noch Hoffnung zu keimen schien, den Todesstoß. Anzumerken ist hier, dass Herr Lamprecht hoffentlich in seiner Freizeit netter zu Kindern ist, ansonsten wäre hier eventuell professionelle Hilfe angeraten.
In der 90. Minute schaffte der Wiesbadener Salem noch nach einem wunderschönen Pass von Menga das 3:1. Als Reaktion auf diese Leistung von Menga schritten die Fans des OFC nach der Saucenspender-Aktion noch eine Stufe tiefer auf der Entwicklungsskala und äußerten ihren Unmut mit lauten Affenrufen und Affenschreien. In diesem Getöse ertönte dann auch der Schlusspfiff.

Abschließend bleibt zu sagen, dass auch bei objektiver Betrachtung, welche wir hier ganz offensichtlich als Fans des SV Wehen Wiesbaden nicht bieten können, man das Verhalten der Fans des OFC sowohl fanintern als auch von offizieller Seite hinterfragen muss. Mutwillige Zerstörung und Sachbeschädigung von Stadioneinrichtung sowie das Beleidigen und Bespucken von Menschen, die lediglich ihren Job an der Würstchenbude machen und für die sportliche Unfähigkeit der Gästemannschaft nichts können, sind in diesem Falle, so krass das klingen mag, das geringere Übel im Vergleich zu dem, was an rassistischen und fremdenfeindlichen Ausdrücken und Lauten von sich gegeben wurde. Hier sollte manch einer mal überlegen, was in der Erziehung falsch gelaufen ist und ob er oder sie sich im Alltag genauso verhalten würde.
Hierbei muss die Stellungsnahme der BOYS OFFENBACH positiv hervorgehoben werden, bei aller Abneigung, das war schonmal ein Anfang."

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